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"Uni-TV" auf der Internationalen Funkausstellung Berlin 1999

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Auf der Internationalen Funkausstellung vom 28. August bis zum 5. September 1999 in Berlin präsentierte sich das Projekt "Uni-TV" mit der Übertragung von hochauflösenden Bewegtbildern. Erstmals in Deutschland wurde demonstriert, wie unkomprimierte digitale TV-Studiosignale mit 270 Mbps mittels ATM übertragen werden. Über das Gigabit-Testbed Süd/Berlin wurde eine Verbindung zwischen dem Institut für Rundfunktechnik (München) und dem Stand des DFN-Vereins hergestellt, über die Fernsehbilder in Studioqualität verlustfrei transportiert wurden.

In den Hochschulen ist hochauflösende Bewegtbildübertragung derzeit hauptsächlich bei multimedialen Lehrveranstaltungen und in der Telemedizin von Bedeutung. Digitale Bewegtbildübertragung sichert gleichbleibende, entfernungsunabhängige Bildqualität. Auf dem Übertragungsmedium benötigt sie 'hohe' Bandbreiten und 'hohe' Dienstqualität (Quality of Service = QoS) in Bezug auf geringe und gleichbleibende Verzögerungen, sowie geringe bzw. keine Verluste. Da nicht zwischen allen Teilnehmern exklusive Leitungen geschaltet werden können, werden Kommunikationsnetze mit hoher QoS benötigt. Bei Netzen mit ATM als Übertragungsprotokoll gibt es für jede QoS die entsprechende Dienstklasse.

Wollte man Fernsehsignale in Studioqualität übertragen, würde man eine Bandbreite von 270 Mbps benötigen. Bei knappen Ressourcen bietet sich eine Komprimierung der Bilddaten an, die die Übertragungsbandbreite auf geringere Werte reduziert. Die Komprimierung erfolgt durch Codecs. Allerdings braucht die Codierung und nachfolgende Decodierung eine gewisse Zeit ('Latency').

Verschiedene Verfahren haben sich eingebürgert:

Verfahrenbenötigte Bandbreite
Motion JPEGca. 12-15 Mbps
MPEG-1ca. 2 Mbps
MPEG-2 (distribution level)ca. 15 Mbps
MPEG-2 (production level)ca. 50 Mbps

Bei jeder Komprimierung geht allerdings Information verloren. Die Verluste sind umso größer, je weiter die Übertragungsbandbreite gesenkt wird. Mit Verfügbarkeit immer höherer Übertragungsraten kommen die verlustärmeren Komprimierungsverfahren stärker ins Blickfeld. Neueste Entwicklungen erlauben sogar die unkomprimierte Übertragung von Fernsehsignalen in Studioqualität.